
Dem Senat ist es trotz vollmundiger Ankündigungen bislang nicht gelungen, den Zaun um den Görli fertigzustellen und uns unseren Park nachts wegzunehmen. Das liegt vor allem am breiten Widerstand der Nachbarschaft.
Im Dezember hieß es noch, die Bauarbeiten seien abgeschlossen und ab Anfang März soll die Schließung umgesetzt werden, aber es fehlen weiterhin 15 Zaunelemente an der Görlitzer Straße, fünf Drehkreuze verfügen über keinen Abschluss zur Mauer und kein Tor hat bisher eine Bodenarretierung geschweige denn ein Schließsystem (Stand 26. Januar 2026).
Da der Bezirk für die Verordnung zur Schließung zuständig ist, wird er diese nicht umsetzen. Dann müsste eine Einigungsstelle angerufen werden, die noch nicht einmal eingerichtet ist. Der „Einigungs“-Prozess wird weitere zwei Monate in Anspruch nehmen (Quelle)
Wir rechnen deshalb damit, dass alle Versuche, den Görli nachts zu schließen, nicht vor Mai realistisch sind. In diesem Fall werden wir dagegen klagen und setzen uns auch für eine aufschiebende Wirkung ein.
Es ist also noch vieles offen –zumal am 20. September die Wahl zum Abgeordnetenhaus ansteht und Tennisfreund Kai Wegner aktuell nicht so gute Karten hat…
Einen aktualisierten Flyer zum Download findet ihr hier.
Ein Zaun ist Quatsch
Wir kritisieren den Zaunbau, weil er fast 2 Millionen Euro kostet, während überall im sozialen und kulturellem und bei der Bildung überall gekürzt wird. Ein Sicherheitsdienst, der die nächtliche Schließung umsetzen und bewachen soll, kostet weitere 800.00€ pro Jahr!
Völlig unklar bleibt, was ein Zaun und die nächtliche Schließung angesichts der zweifelsohne bestehenden sozialen Konflikte im öffentlichen Raum bewirken soll.
Wir halten den Zaunplan für populistischen Quatsch, denn um den Görli herum finden fast 10 mal mehr Straftaten statt als im Görli selbst! Ein Zaun wird nicht gegen Drogenhandel, Gewalt oder Obdachlosigkeit helfen. Die Belastung der Anwohner*innen nimmt trotz zahlreicher polizeilicher Maßnahmen immer weiter zu. Ein Zaun um den Görli und die nächtliche Schließung sind keine Lösung!
Was brauchen wir stattdessen?
- Statt Geld für reine Symbolpolitik zu verpulvern, sollten betreute Drogen-Konsumräume, Tagesaufenthalte und Hilfen zum Ausstieg nachhaltig finanziert werden – und zwar nicht nur tagsüber!
- Statt obdachlose Menschen und Drogenkonsument*innen zu vertreiben!
- Statt ständig von rassistischen Kontrollen und Polizeigewalt bedroht zu werden, sollten Menschen ohne Papiere und Arbeitserlaubnis endlich eine sichere Perspektive und legale Beschäftigungs- und Verdienstmöglichkeiten erhalten!
- Statt immer neuer Sparmaßnahmen sollten Frauenhäuser, Gewaltschutzambulanzen und gewaltpräventive Projekte weiter ausgebaut und langfristig gesichert werden!
Her mit dem schönen Park
- Der Görli soll ein sozialer & öffentlicher Raum für alle sein: Zum Abhängen, Grillen, Sport machen, Sterne gucken und als Spielort für Kinder!
- Wir wollen auf gut ausgebauten Radwegen durch den Park direkt und sicher nach Neukölln, Friedrichshain & Alt-Treptow kommen!
- Der Görli soll ein Ort sein, an dem sich alle wohl und sicher fühlen.
- Wir wollen den Görli weiter öffnen: Mauern und Zäune einreißen statt neue zu bauen!
